Die EU – Gewinner der Olympischen Spiele 2020 in Tokio?

Immer mal wieder hört man die Forderung, ein gemeinsames Team der Europäischen Union bei den Olympischen Spielen antreten zu lassen. So twitterte zum Beispiel der belgische EU-Abgeordnete Guy Verhofstadt kürzlich zu den Olympischen Spiele in Tokio, dass er sich wünschen würde, in Zukunft bei den Spielen auch Athleten unter EU-Flagge zu sehen. Immerhin hätten die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gemeinsam die meisten Medaillen gewonnen:

Doch stimmt das überhaupt? Dafür wollen wir zunächst einen Blick auf einen Medaillenspiegel zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio werfen, bei dem alle Medaillen der EU-Mitgliedsstaaten zusammengezählt sind.

PlatzLandGoldSilberBronzeGesamt
1 Europäische Union8594109288
2 Vereinigte Staaten394133113
3 Volksrepublik China38321888
4 Japan27141758
5 Großbritannien22212265
6 ROC20282371
7 Australien1772246
8 Kanada761124
9 Brasilien76821
10 Neuseeland76720
Hypothetischer Olympia-Medaillenspiegel mit der Europäischen Union

Offensichtlich hat Guy Verhofstadt also nicht ganz unrecht: Zählt man alle Medaillen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zusammen, würde dieses hypothetische „Team EU“ mit deutlichem Abstand den ersten Platz im Medaillenspiegel einnehmen.

Kein fairer Vergleich

Zugegebenermaßen ist dieser Vergleich aber nicht besonders gerecht. Die 27 Mitgliedsstaaten der EU verfügen gemeinsam über ein sehr viel größeres Kontingent an teilnehmenden Athleten als ihnen einzeln zustehen würde. Für das „Team EU“ hätten mehrere tausend Athleten teilgenommen, während zum Beispiel den USA nur etwa 600 Startplätze zustehen.

Deshalb würde ein gemeinsames Olympia-Team der Europäischen Union wahrscheinlich deutlich weniger Medaillen gewinnen. Ob das sich das Team wohl trotzdem den ersten Platz im Medaillenspiegel erkämpfen würde? Oder ist die Werbung für den europäischen Gedanken ganz unabhängig davon sogar wichtiger als Platzierungen in Medaillenspiegeln?

Was haltet ihr von dem Vorschlag eines „Team EU“? Teilt eure Meinung zu diesem oft kontrovers diskutierten Thema gerne in den Kommentaren.